Ausrüstungstests


Auf unseren Touren haben wir zahlreiche Produkte von Ausrüstungsherstellern in der Praxis testen können und uns ein eigenes Bild von ihrer Brauchbarkeit im harten Touren- und Expeditionsalltag machen können. Nicht immer halten die viel beworbenen und hoch gelobten Teile, was Hersteller und Testcrews von Outdoor-Zeitschriften versprechen. Und oft zeigen sich Mängel und Stärken des Materials auch erst nach längerer Zeit. Wir stellen hier einige Gegenstände aus unserem Fundus vor, die sich auf unseren Touren bewährt haben. Aber auch die ganz großen Flops wollen wir nicht verschweigen.

Bekleidung: TNF Evolution Tri Climate Jacket >>
Kanus: NEU: Clipper Ranger 17' >>
Kocher & Kochgeschirr: NEU: GSI Dutch Oven 10“ & 12“
MSR Pocket Rocket >>
MSR Whisperlight International >>
Primus Multifuel MFS >>
NEU: Trangia Sturmkocher >>
Literatur: Das Überlebensbuch (von Emile J. Niklas) >>
Messer & Werkzeuge: NEU: Gränsfors Kleine Forstaxt >>
Linder Super Edge 2 >>
Puma Outdoor Palmwood >>
Victorinox Swisstool >>
Navigation: GPS Garmin etrex >>
Rucksäcke & Reisetaschen: Bach Fat Maxx 3 >>
Bach Hiker 35 >>
Bach Ultimate Duffel 2 >>
Schlafsäcke & Isomatten: Evazote Isoliermatten >>
Ajungilak Kompakt Schlafsack >>
NEU: Ajungilak Tyin Schlafsack >>
TNF Snowshoe Schlafsack (Polarguard Delta) >>
TNF Solar Flare Schlafsack (Dryloft) >>
Schuhe & Innenschuhe: NEU: Cabelas Trans Alaska III Winterstiefel >>
NEU: Intuition Liner >>
Meindl Nordkap Gtx Winterstiefel >>
NEU: Muckboots Wetland >>
Sorel Caribou Winterstiefel >>
NEU: Sorel Glacier Winterstiefel >>
Stirnlampen: Petzl Tikka >>
Brunton L3 >>
Zelte: Helsport Fjellheimen 2 Camp >>
Sonstiges: Energizer Lithium-Batterien (AA, R6, Mignon) >>
Nahtdichter McNett Seam Grip >>


Bekleidung

TNF Evolution Tri Climate Jacket *****

Als ich auf der Suche nach einer neuen und leichten Jacke für den Alltag und für leichtere Outdoor-Aktivitäten, wie kürzere Wanderungen, Radtouren und Kanutouren war, fiel mir diese Jacke eher zufällig in die Hände. Eigentlich war ich gar nicht auf der Suche nach einer Doppeljacke, weil mir die meisten dieser Modelle von ihrer Ausstattung und vom Schnitt her nicht gefallen. Aber diese Jacke gefiel mir wegen ihrer Schlichtheit und den funktionellen Details. Sie hat alles, was ich von einer guten Outdoor-Jacke erwarte: eine gut sitzende Kapuze, Fleecefutter im Kragen (ideal bei nass-kaltem Wetter), verstellbaren Ärmelbündchen aus Stoff und Klettverschluss (und nicht diese idiotischen Gummistreifen mit Klettverschluss, die bei den High-End-Jacken so modern sind) und Unterarm-Reißverschluss zur Belüftung. Dazu kommen Einschubtaschen, die so hoch angesetzt sind, dass man sie auch mit geschlossenem Rucksack-Hüftgurt bedienen kann. Der Außenstoff ist robust genug um auch über längere Zeit einen mittelschweren Rucksack zu tragen. Die wasserdichte und atmungsaktive HyVent-Beschichtung ist eine gute und preiswerte Alternative zur Gore-tex-Membran. Das Innenfutter trage ich normalerweise nicht eingezippt, sondern als separate Fleecejacke.

Für mich ist diese Jacke eine gute und preiswerte (200€) Alternative zu den ganzen verspielten Hightech-Jacken namhafter Hersteller, die mit viel zu kurzen Schnitten, unpraktischen Kordelzügen und schwergängigen (weil angeblich wasserdichten) Reißverschlüssen völlig praxisfern konstruiert sind. fs

Fazit: Gute und preiswerte Allround-Jacke für den gemäßigten Outdoor-Einsatz.

Kanus

Clipper Ranger 17' *****

Clipper Ranger 17'Das Clipper Ranger 17' wird von Western Canoeing Inc. in Britsh Columbia hergestellt. Es wurde als Tourencanadier für zwei Personen entwickelt, das sowohl Anfängern als auch fortgeschrittenen Kanuten ein zuverlässiges Gefährt für Wildnistouren bieten soll.

Unsere ersten Erfahrungen mit einem Ranger 17' machten wir während unserer Kanu-Expedition auf dem Yukon River. Das Boot hatten wir gebraucht gekauft und nachdem es bereits für 12 Jahre lang seinen Dienst in einem Kanuverleih getan hatte, war es uns auch auf unserer zweimonatigen Reise ein zuverlässiges Fortbewegungsmittel. Wir hatten wenig Erbarmen mit dem Boot und zerrten es vollbeladen Tag für Tag beim Anlanden und Ablegen samt Gepäck über Sand, Steine und Treibholz ohne dass es Schaden nahm.

Was das Fahrverhalten angeht, so ist der Einsatzbereich des Ranger 17' wohl vor allem auf Seen und auf mittelschweren Flüssen zu sehen. Wir sind mit dem Boot vereinzelte Wildwasserstellen der Klasse II-III gepaddelt und empfanden dies als das Limit. In schwierigem Wasser sollte man eher auf ein wendigeres Boot zurückgreifen. Besonders ohne Spritzdecke sollte man im Wildwasser vorsichtig sein, da das Ranger 17' kein ausgesprochen „trockenes“ Boot ist. Ein geringes Volumen am Bug lässt das Ranger 17' tief in stehende Wellen eintauchen, bei denen man dann ordentlich Wasser einlädt. Auf leichterem Wasser glänzt es jedoch als schnelles und gutmütiges Tourenboot. Es läuft gut geradeaus und lässt sich vernünftig steuern.

Man hat genug Platz für das Gepäck für mehrwöchige Wildnistouren im Boot. Für unsere Yukontour hatten wir Lebensmittel und Ausrüstung für zweieinhalb Monate im Kanu geladen, wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass dies die absolute Obergrenze war. Für eine ähnlich lange Tour würden wir das nächste Mal ein größeres Boot wählen.

Gut gefallen haben uns auch die Plastik-Schalensitze, die Western Canoeing in den Clipper-Booten einsetzt. Sie wirken auf den ersten Blick billig, haben sich jedoch absolut bewährt! Sie sind ausgesprochen bequem und ich würde sie einem Sitz aus Holz und Gurtband vorziehen.

Nach den guten Erfahrungen auf unserer Yukon-Expedition kauften wir ein paar Monate später wieder einen Ranger 17' aus zweiter Hand. Dieses Boot war mit 8 Jahren nicht ganz so alt und sah dank der sorgfältigen Vorbesitzer aus wie neu. Mit diesem Boot nahm ich 2009 am Yukon 360 Kanu-Marathon auf dem Teslin und Yukon River teil. Natürlich konnte es nicht ganz mit den echten Rennbooten mithalten (was wohl auch an den Kanuten lag), aber es schlug sich ganz beachtlich. Auch wenn wir mit Freunden paddeln gehen, stellen wir immer wieder fest, wie schnell sich ein solches Fieberglassboot im Vergleich mit den Plastikschüsseln aus Royalex & Co. durch das Wasser steuern läßt.

Ein weiterer Vorteil von Fieberglassbooten ist auch die Möglichkeit, sie einfach wieder zu reparieren, wenn man sie doch einmal kaputt gemacht hat. Nach einem unglücklichen Ausflug auf dem Wheaton River mußte ich unser Boot an mehreren Stellen wieder flicken. Dank Reparatur-Kit aus dem Baumarkt und neuem Gelcoat sind einige Bruchstellen gar nicht mehr zu sehen. fs (11/2011)

Fazit: Ein schnelles Allround-Kanu für ernsthafte Wildnistouren auf Seen und mittelschweren Flüssen.

Kocher & Kochgeschirr

GSI Dutch Oven 10“ & 12“ *****

Dutch Oven 10''Die ersten Siedler, die von Europa nach Amerika aufbrachen, hatten schwarze Töpfe aus schwerem Gusseisen im Gepäck und bereiteten damit unzählige leckere Gerichte. Das Geheimnis dieser Dutch Oven sind die dicke Wandstärke des Topfes, welche die Hitze des Feuers gleichmäßig verteilt, und ein hochstehender Rand auf dem Deckel des Dutch Oven, der die Glut auf dem Topf hält und damit Oberhitze wie in einem richtigen Backofen ermöglicht.

Die Firma GSI hat nun Dutch Oven aus leichterem Alu-Guss im Programm und hat damit das Problem des enormen Gewichts eines gusseisernen Topfes eliminiert. Sicherlich ist ein dünnwandiger Aluminium- oder Edelstahl-Topf aus dem Campingladen immer noch deutlich leichter, aber auf einer Kanutour oder bei einem Lageraufenthalt spielt das Extragewicht keine übergeordnete Rolle. Wir haben die Töpfe mit 10 und 12 Zoll Durchmesser ausprobiert und waren von den Schmorbraten, Aufläufen, Eintöpfen und gebackenen Desserts begeistert.

Der Topf mit 10 Zoll Durchmesser hat die richtige Größe für 2-3 Personen. Er hat ein Gewicht von 1,7 kg und fasst ein Volumen von ca. 2.8 Litern. Der größere 12-Zoll-Topf wiegt immerhin schon 2,9 kg und ist mit einem Volumen von ca. 5.5 Litern eher für 4-6 Personen geeignet. Er hat ausserdem drei kleine Beinchen, damit er besser auf der Glut oder im Feuer stehen kann. Ich habe diese Beine jedoch an dem kleinen Topf bisher nicht vermisst und finde das extra Packvolumen, dass sie an den großen Modellen erzeugen eher etwas irritirend.

Neben den unglaublich tollen Gerichten, die man im Dutch Oven zubereiten kann, hat uns begeistert, wie leicht sich das Alu-Guss-Material reinigen ließ. Nicht so gut hat uns der Aufhänge-Bügel der beiden Töpfe gefallen. Besonders an dem kleinen Topf verklemmt der Bügel leicht am Deckel, wenn der Topf geschlossen ist. Bei beiden Töpfen rastet der Bügel in keiner Position ein, so dass ein voller Topf am Bügel hin und her schwingt. Verschütten ist hier vorprogrammiert. Man muss also vorsichtig sein, wenn man den Topf vom Feuer hebt oder in zum Kochen aufhängen will. fs (11/2011)

Fazit: Geniales und traditionelles Koch- und Backgeschirr für den wenig gewichtsbewussten Wildnisreisenden, der gerne am Lagerfeuer kocht und auf leckeres Essen unterwegs nicht verzichten will. Der mangelhafte Aufhängebügel verdient jedoch einen Punktabzug.

MSR Pocket Rocket *****

MSR Pocket RocketDieser kleine und feine Gaskocher begleitete uns auf unserer Pyrenäenüberschreitung und hat sich danach auch auf vielen kurzen Touren bewährt. Wir waren immer wieder erstaunt und erfreut über die enorme Leistung des preiswerten Brenners (ca. 30 €). Um die Flamme gegen Wind zu schützen, verwendeten wir einen leichten und faltbaren Windschutz (von Primus oder MSR). Natürlich hat man immer das Problem, dass man unterwegs auch die passenden Kartuschen finden muss. In den Pyrenäen waren die Schraubkartuschen jedoch nicht immer leicht zu finden…aber dafür kann der Hersteller des Kochers ja nichts.

Einziges Manko: das etwas minderwertigere Metall des Brennerkopfes setzt nach mehrfachem Erhitzen Flugrost an. Das beeinträchtigt den Gebrauch zwar nicht, ist aber trotzdem nicht so schön. Hochwertigeres Material würde das verhindern. fs

Fazit: Kleiner und leichter Feuerspucker mit enormer Leistung zu einem wirklich günstigen Preis.

MSR Whisperlight International *****

Den perfekten Benzinkocher scheint es nicht zu geben. Dabei sind die Leute von MSR schon ganz nah ran gekommen. Aber irgendwie hatten sie dann zum Schluss wohl keine Lust mehr beim Basteln. Ich habe in den letzten Jahren verschiedene Whisperlights im Gebrauch gehabt und immer wieder tauchen die gleichen Probleme auf.

  1. Das Gestell des Kochers ist leider etwas klapprig. Wenn man hin und wieder mal einen etwas größeren und schwereren Topf verwendet, wackeln die gebogenen "Drahtbeinchen" anschließend munter vor sich hin. Wenn man beim Kochen einen Topf drauf stellt, steht zwar wieder alles stabil, aber ich würde mir trotzdem etwas Robusteres wünschen. Auch die Schweißnähte am Gestell reißen gerne. Das ist zwar auch nicht tragisch, aber es vermindert weiter die Stabilität.
  2. MSR Whisperlight InternationalDie Pumpen von MSR sind der Schwachpunkt des ganzen Systems. Sie scheinen aus irgendeinem billigen Plastik hergestellt zu sein. Und gerne brechen auch mal ein paar Teile ab. Bevorzugte Sollbruchstellen sind der Pumpenstößel und das Arretierungssystem, mit dem der Pumpenstößel in der Pumpe befestigt wird. Den (fast) Super-GAU erlebten ich auf einer Skitour in Lappland, als an einem Whisperlight die Dichtung zwischen Flasche und Pumpe platzte. Das austretende Benzin fing sofort Feuer und die ganze Anlage stand plötzlich in Flammen. Wir konnten das Feuer schnell löschen, aber die Pumpe war leider in der Hitze geschmolzen. Es war reines Glück, dass das völlig deformierte Teil trotzdem noch soweit funktionierte, dass wir die Tour zu Ende bringen konnten. Für die geplatzte Dichtung kann man MSR keine Schuld geben, denn der Besitzer hätte nach ein paar Jahren durchaus mal den Dichtungsring wechseln müssen. Aber eine hochwertigere Pumpe (z.B. aus Metall) hätte der Hitzebelastung bestimmt besser standgehalten. Die unzuverlässige Pumpe bedeutet für mich, dass ich immer eine weitere Ersatzpumpe mit auf Tour nehme, für die MSR übrigens einen unverschämten Preis (ca. 40 €) verlangt.

Aber bei all der Schimpferei soll das Lob nicht unter den Tisch fallen:

Fazit: Leiser und zuverlässiger Benzinkocher mit erheblichen Mängeln bei der Kunststoff-Pumpe.

Nachtrag: Dieser Bericht bezieht sich auf eine Pumpe aus dem Jahr 2005. Inzwischen hat MSR die Pumpe überarbeitet. Wir werden demnächst hier berichten, ob wir mit dieser Pumpe bessere Erfahrungen gemacht haben.

Primus Multifuel MFS *****

Dieser Kocher war für uns ein einziges Ärgernis. Wir hatten dieses Modell als Ersatz für einen beschädigten MSR Whisperlight gekauft. Die deutlich stabilere Pumpe des Primus hatte uns zunächst überzeugt. Die Option, den Kocher nicht nur mit Benzin und Petroleum, sondern auch mit Gaskartuschen betreiben zu können, war ein zusätzliches Argument. Die ersten Versuche bei gemäßigten Temperaturen und unter Einsatz von Gaskartuschen verliefen auch absolut zufrieden stellend. Die Leistung des Kochers begeisterte, wenn auch der Brenner konstruktionsbedingt ziemlich laut war. Auf der Skitour im Padjelanta-Nationalpark und bei der Schneeschuhtour im Sarek erwies sich dieses Gerät jedoch als absolute Katastrophe. Ich habe die einzelnen Kritikpunkte mal aufgelistet:

  1. Die Idee des Herstellers, die Brennstoffleitung nach dem Kochen leer brennen zulassen, erwies sich als völlig ungeeignet. Sobald die Flasche mehr als halb voll war, funktionierte diese Methode nicht mehr. Wir mussten den Kocher also einfach ausdrehen, um nicht Unmengen an Brennstoff zu verschwenden. (Die neuen Pumpen von Primus sind anders konstruiert, so dass dieses Problem wohl nicht mehr so stark auftritt).
  2. Obwohl wir gereinigtes Benzin (Coleman Fuel) verwendeten, mussten wir alle 4-5 Tage den Kocher auseinander bauen und reinigen, weil die Düse oder die Zuleitung ständig verstopf waren. Bei Temperaturen um -20 °C ist so etwas keine Freude. So schlimm habe ich das bei den MSR Kochern auch bei ungereinigtem Benzin noch nie erlebt.
  3. Beim Reinigen erwies sich dann das Zusatzwerkzeug als total unbrauchbar. Die feine Nadel, mir der die Düse frei gestochen werden soll, brach bereits nach wenigen Anwendungen ab.
  4. Die Pumpe war nicht ausreichend gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt. Immer wieder drang Nässe in die Pumpe und vereiste dort die Pumpenmechanik. Vor dem nächsten Kochen musste dann erst die Pumpe aufgeschraubt und das Eis entfernt werden.
  5. Die so praktisch erscheinende Möglichkeit, den Kocher auch mit Gaskartuschen betreiben zu können, erwies sich dann auf der Tour als Problem. Denn wenn sich noch etwas Druck auf der Brennstoff-Flasche befand, trat beim Anschluss der Benzinflasche an das Gasventil-Gegenstück des Kochers immer ein kleiner Rest Benzin aus und floss über die Hand. Die Temperaturen waren nicht so niedrig, als dass durch die Verdunstungskälte Verletzungen verursacht worden wären. Schlimmer war, dass wir dann Benzin an den Händen hatten. Danach konnte man keine Lebensmittel mehr anfassen. Wer schon mal ein Essen gekostet hat, in das auch nur winzige Mengen Benzin geraten sind, weiß was ich meine.

Zum Glück konnten wir diesen Kocher nach den Touren wieder zurückgeben und gegen einen MSR umtauschen. In der Zwischenzeit hatte auch ein Freund von uns schlechte Erfahrungen mit einem unzuverlässigen Primus Varifuel gesammelt und diesen wieder gegen einen MSR ausgetauscht. Und wenn ich mir die neue Kochergeneration von Primus anschaue, keimt in mir der Verdacht auf, dass die Jungs und Mädels aus der Produktentwicklung noch nie mit den eigenen Kochern auf Tour waren. Anders sind auch die Kocher mit den vier Beinen nicht zu erklären. Schon mal versucht, im Wald oder im Gebirge eine perfekt ebene Fläche zu finden, auf der ein vierbeiniger Kocher ohne zu kippeln stehen kann? Das geht nur auf dem Labortisch der Produktentwickler von Primus… fs

Trangia Sturmkocher *****

Mein erster Kocher war ein Trangia. Und nachdem ich mich für ein paar Jahre mit verschiedenen Benzinkochern herumgeärgert habe, bin ich nun wieder beim Trangia gelandet. Der Grund ist die einfache Bauweise dieses skandinavischen Feuerspuckers. Am Trangia kann eigentlich nichts kaputt gehen. Keine Kunststoffpumpen, die bei kalten Wintertemperaturen brechen, keine Dichtungen, die bei Minusgraden spröde werden, keine Düsen, die bei unreinen Brennstoffen verstopfen.

Der windgeschützte Aufbau des Trangias sorgt auch an stürmischen Tagen für eine hohe Energieausbeute des verwendeten Brennstoffs. Wir haben uns für das größere Trangiamodell mit zwei Töpfen aus leichtem hartanodisiertem Aluminium und einer Nonstick-Pfanne entschieden. Diese Kombination erlaubt einfaches Braten ohne Anbacken und ermöglicht uns in den Töpfen auch mit normalem Besteck zu rühren, ohne dass gleich eine empfindliche Antihaftbeschichtung zerkratzt. Den Wasserkessel haben wir uns gespart, weil man auch in einem der zwei Töpfe Wasser kochen kann.

Nachteile beim Trangia sind natürlich die Verwendung von Spiritus als Brennstoff, der in der Heizleistung hinter Benzin oder Propan/Butan zurücksteht. Dadurch dauert eben alles ein wenig länger beim Kochen. Außerdem läßt sich der Brenner mit dem Sparring, der über die Flamme gestült wird, nur schwer regulieren. Auch die Tatsache, das man beim Trangiasystem mit der Topfgröße eingeschränkt ist, könnte dem ein oder anderen nicht so gut gefallen.

Besonders wichtig war für uns die Tauglichkeit des Trangias als Kocher auf Wintertouren bei extremeren Minusgraden. Im Winter 2010/11 hatten wir den Trangia auf einigen unserer Hundeschlittentouren dabei und kochten mit ihm bei Temperaturen bis fast -30 Grad Celsius. Der Kocher hat auch bei diesen Temperaturen gut funktioniert, aber natürlich dauert alles ziemlich lange, wenn man für sämtliches Wasser erstmal Schnee mit dem Kocher schmelzen muss. An den besonders kalten Tagen gestaltete es sich etwas schwieriger, den Kocher anzuzünden. Dann mussten wir das Streichholz etwas länger in Brenner halten und manchmal war ein einzelnes Streichholz auch nicht genug. Diese Schwierigkeiten kann man umgehen, indem man den gefüllten (und dicht verschlossenen) Brenner für eine halbe Stunde unter die warme Jacke steckt.

Wer sich mit dem originalen Spiritusbrenner des Trangias nicht anfreunden kann, hat die Möglichkeit das System auch mit einem Benzin- oder Gaskochereinsatz aufzurüsten. fs (11/2011)

Fazit: Einfaches und zuverlässiges Kochersystem für alle, die sich beim Kochen ein wenig gedulden können.

Literatur

Das Überlebensbuch (von Emile J. Niklas) *****

Handbücher zum Thema Survival und Überlebenstraining gibt es viele auf dem Markt. Aber die meisten versuchen Tricks und Kniffe zu vermitteln, die in der Praxis einfach gar nicht funktionieren können. Außerdem ist eine Vielzahl dieser Bücher eher militärisch orientiert.

"Das Überlebensbuch" von Emile J. Niklas ist eine angenehme Ausnahme. Mit seinem Handbuch bietet er dem Leser eine gute Einführung, wie man im Einklang mit der Natur leben und überleben kann, anstatt gegen sie anzukämpfen. Dabei versucht er gar nicht erst Unmengen von Techniken zu vermitteln, sondern beschränkt sich auf das wesentliche und praxistaugliche Handwerkszeug. Inhalte sind unter anderem: Behausung, Orientierung, Feuer machen, Trinkwasser, Ernährung mit Wildpflanzen, Jadgtechniken. fs

Fazit: Für mich ist dieses Buch das beste deutschsprachige Handbuch zum Thema Überleben und Survivaltraining.

Messer & Werkzeuge

Gränsfors Kleine Forstaxt *****

Die kleine Forstaxt der schwedischen Firma Gränsfors siedelt sich in Bezug auf ihre Größe zwischen einer richtigen Axt und einem Beil an. Der Stiel ist etwa 50 cm lang und der Axtkopf wiegt ca. 700 g. Damit ist die Axt klein und leicht genug für den Transport im Rucksack oder im Kanu. Ihre extrem scharfe Schneide eignet sich hervorragend für die typischen Arbeiten im Wildniscamp: mitteldickes Feuerholz spalten, kleinere Bäume fällen, Entrinden und gröbere Holzbearbeitung. Auch auf Hundeschlitten-Touren hat sie sich beim Hacken von Fisch und Fleisch bewährt, auf der Jagd haben wir mit ihr Rippenknochen durchtrennt und beim Eisangeln haben wir bis zu 20 cm dickes Eis aufgehackt. Gelegentlich sollte man den Axtkopf (nicht rostfrei!) und den Hickory-Stiel mit etwas Öl pflegen. fs (11/2011)

Fazit: Hervorragende Allround-Axt für den Wildnisurlaub.

Linder Super Edge 2 *****

Linder Super Edge 2Dieses Jagdmesser mit einer feststehenden Klinge hat sich auf unseren Wildnistouren als ein hervorragendes Werkzeug bewährt. Aus einem hochwertigen ATS-34-Stahl gefertigt, ist es ausgesprochen schnitthaltig und lässt sich mit einem guten Diamantschleifer (ich nutze ein leichtes Modell von DMT) auch unterwegs sehr leicht nachschärfen. Der rutschfeste Kratongriff liegt auch bei Nässe sicher in der Hand und isoliert gut bei Kälte. Die 11 cm lange und am Rücken fast 0,5 cm dicke Klinge ist für viele verschiedene Anwendungen gut geeignet. Ich nutze es sowohl für einfache Schneidarbeiten, als auch zum Fischausnehmen, Feuerholzspalten usw.

Verbesserungswünsche: Für meine (nicht allzu großen) Hände ist der Griff etwas zu dünn. Besonders wenn ich von oben großen Druck auf das Messer ausüben muss (z.B. beim Holzspalten) wünsche ich mir „etwas mehr Material“ zwischen den Fingern.

Für alle Stecharbeiten könnte die Klinge etwas spitzer sein. Das ließe sich auch realisieren, ohne die Form der Schneide zu verändern, indem man am vorderen Klingenrücken mit einem Bandschleifer etwas Material abträgt. fs

Fazit: Tolles Allround-Wildnismesser mit minimalen Schwächen.

Puma Outdoor Palmwood *****

Puma Outdoor PalmwoodDieses Messer ist ein praktisches Outdoormesser für einen vielseitigen Einsatz. Mit der 13 cm langen und ausreichend kräftigen Klinge kann man hervorragend auch schwerere Arbeit verrichten (z.B. Holzspalten). Aufgrund der Klingenform ist das Outdoor Palmwood allerdings nicht besonders gut für Stecharbeiten geeignet. Der 440C-Stahl hält relativ lange scharf und kann gut nachgeschliffen werden.

Nicht so gut gefällt mir die Lederscheide. Sie sieht zwar gut aus, aber schon nach kurzer Zeit ging die erste Naht auf. Auch war mein Messer nicht ordentlich geschliffen und ich musste die Schneide komplett neu einschleifen. Aber ich habe hinterher weitere Messer dieses Typs gesehen, die dieses Problem nicht hatten. fs

Fazit: Robustes Outdoormesser für gröbere Arbeiten. Die Lederscheide könnte etwas besser verarbeitet sein.

Victorinox Swisstool *****

Das Swisstool von Victorinox ist die Schweizer Antwort auf die Multitools von Firmen wie Leatherman oder Gerber. Und die Designer aus dem Alpenländle haben einen wirklich guten Job gemacht. Zwar sieht das Swisstool etwas rustikaler und simpler aus, als die meisten modernen Multitools, aber es ist ein wirklich durchdachtes und praxisnahes Outdoor-Werkzeug.

Auf Rucksacktouren habe ich mein Swisstool selten im Gepäck, da es mir dafür viel zu schwer ist und ich eigentlich keine Verwendung für eine Zange und diverse Schraubenzieher habe. Aber auf Fahrradtouren, Skitouren (Bindungen reparieren und Benzinkocher zerlegen), auf Hundeschlittentouren (Schlitten flicken, vereiste Schnappkarabiner oder angerostete Kettenschlösser öffnen) und beim Angeln (zum Befestigen von Schrotbleien und als Hakenlöser bei großer Beute) ist das Tool immer dabei.

Alle Werkzeuge (außer der Zange) sind erreichbar, wenn die Zange geschlossen ist. Das hat den Vorteil, dass man nicht vor jedem Einsatz der Schraubenzieher, Messer, etc. erst die Zange aufklappen muss, um die Werkzeuge zu erreichen. Darüber hinaus ist jedes Werkzeug arretierbar. Das ist besonders bei den Schraubenziehern eine große Hilfe. Sie würden sonst ständig wegklappen, wenn man den Druck auf das Tool und seine Schraubenzieher nicht vollkommen gerade ausüben kann.

Wenn die Zange geöffnet ist, sind die Griffbacken abgerundet. So kann man wirklich Druck auf die Zange ausüben, ohne sich scharfe Kanten ins die Hand zu drücken, wie es bei einigen anderen Tools der Fall ist.

Nachteile sind das relativ hohe Gewicht und die Größe. Würde Victorinox das Swisstool etwa einen Zentimeter kürzer gestalten und sich insgesamt zwei Werkzeuge sparen (ich habe den ganz breiten Schraubenzieher und den Stechbeitel noch nie benutzt), wäre die Zange vermutlich immer noch ausreichend groß. Aber das gesamte Tool wäre etwas leichter und handlicher und ließe sich etwas bequemer im Gürteletui tragen. Nicht so gut gefällt mir die Säge des Swisstool. Da habe ich - auch an Taschenmessern und Multitools - schon effektivere gesehen. fs

Fazit: Schnörkelloses und praxistaugliches, aber etwas schweres Multitool für einfache Reparaturen im Outdoor-Einsatz mit Schwächen bei der Säge.

Navigation

GPS Garmin etrex *****

Garmin etrexDa ich gerne mit Karte, Kompass und Höhenmesser navigiere und auch nie das Gefühl hatte, etwas anderes zu brauchen, habe ich lange Zeit auf ein GPS-Gerät verzichtet. Nachdem ich aber mehrmals erlebt habe, wie ein GPS die Navigation im White-out (dank Schnee und Nebel sieht man nichts als Weiß!!!) auf Wintertouren erleichterte bzw. erst ermöglichte, besorgten wir uns schließlich doch so ein Gerät. Wir setzen es vor allem als Ergänzung zu den klassischen Navigationshilfen ein. Bei schlechter Sicht schalten wir das Gerät alle ein bis zwei Stunden ein, um zu überprüfen, ob wir uns noch auf dem richtigen Weg befinden und um die neue Marschrichtung für den Kompass zu bestimmen. Für diesen Zweck reicht ein einfaches GPS-Gerät vollkommen aus.

Das Garmin etrex ist ein solches kompaktes Basisgerät für die satellitengestützte Navigation. Es ermöglicht die Speicherung von mehreren tausend Trackpunkten, 500 Wegpunkten und insgesamt 20 Routen mit jeweils 125 Wegpunkten. Damit waren die Speicherkapazitäten auch für unsere mehrwöchigen Wildnistouren bisher immer völlig ausreichend. Natürlich sind auch Basisfunktionen wie "GOTO" (führt den Nutzer zum gewählten Wegpunkt) und "TracBack" (führt auf einer bereits zurückgelegten Routen wieder zum Ausgangspunkt) möglich.

Die Menuführung des Garmin etrex und die Bedienung über die fünf Knöpfe ist nach einer kurzen Eingewöhnungsphase relativ einfach. Auch mit etwas dickeren Fingerhandschuhen kann man das Gerät gut bedienen. Etwas aufwendig und nervig ist allerdings die Benennung der Wegpunkte. Man muss sich - dank der wenigen Bedienknöpfe - für jeden einzelnen Buchstaben des gewünschten Wegpunkt-Namens durch das Alphabet samt den Ziffern 0-9 klicken.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Kartenskizze, die das Garmin etrex mit den Wegpunkten, Trackpoints und Routen anfertigt (die Nutzung einer echten digitalen Karte ist im Basis-etrex nicht möglich). Leider wird der eigene Standpunkt immer etwas unterhalb des Zentrums des Displays angezeigt. Will man sich einen größeren Überblick über die Wegpunkte der Umgebung verschaffen, ist man gezwungen, den Maßstab im Display zu ändern. Hin und her scrollen ist leider nicht möglich. Ändert man jedoch den Maßstab, bilden alle nah gelegenen Punkte im Display nur noch ein unübersichtliches Durcheinander. Man kann sich mit dieser Anzeige arrangieren, aber schön und sinnvoll ist das nicht!

Ein großer Pluspunkt ist die Stromversorgung mit zwei AA-Baterien (Mignon, R6). Diese Batterien sind vermutlich der preiswerteste und weltweit häufigste Batterietyp. Außerdem sind die meisten Ladegeräte für Akkus dieser Größe ausgelegt. Da wir das Gerät während einer Tour nur selten zur Standortüberprüfung anschalten, reicht ein Satz guter Batterien für mehrere Wochen auf Tour. Wenn das Gerät allerdings ununterbrochen laufen soll, muss man alle paar Stunden neue Batterien bzw. Akkus einlegen.

Bei großer Kälte (einige Grad unter Null) geraten sowohl die Stromversorgung als auch das Display in Schwierigkeiten. Wenn das Gerät kalt ist, braucht die Anzeige auf dem Display etwas länger, um sich aufzubauen. Deshalb kann man im Winter Lithiumbatterien verwenden und das GPS zusätzlich unter der Bekleidung nahe am Körper warm halten. So kam es auf unseren Touren auch bei unter -30°C noch nie zu einem Ausfall des Gerätes.

Eine PC-Schnittstelle (man muss leider auch im Zeitalter von USB noch ein teures Spezial-Kabel dafür kaufen) ermöglicht die Kommunikation mit dem Computer. Mit dem Programm "Mapsource Trip & Waypoint Manager" lassen sich Wegpunkte und Routen auf dem Computer vorbereiten und auf das GPS-Gerät laden, bzw. unterwegs gespeicherte Daten anschließend auf dem PC speichern. Alternativ zu dem "Trip & Waypoint Manager" kann auch das kostenlose Programm "GPS TrackMaker" (Download unter http://www.gpstm.com) genutzt werden.

Zu guter letzt noch einmal den Hinweis, dass wir ein GPS immer nur als Ergänzung zu den klassischen Navigationshilfen empfehlen können. Fällt die Elektronik aus (Batterien leer, Wasser im Gerät, Wackelkontakt, Display beschädigt, etc.) sollte man immer noch in der Lage sein, mit Karte und Kompass den Standort und den weiteren Weg zu bestimmen. fs

Fazit: Einfaches und kompaktes GPS zur Ergänzung von Karte und Kompass mit leichten Schwächen in der Handhabung. Gut geeignet für die meisten Outdoor-Aktivitäten.

Rucksäcke/Reisetaschen

Bach Ultimate Duffel 2 *****

Die Ultimate Duffel des irischen Rucksackspezialisten Bach ist eine robuste und schnörkellose Reisetasche. Aus festem Cordura-Nylon hergestellt, ist sie bestens für den harten Reise- und Expeditionsalltag geeignet. Auf unserer Kanada-Reise und während unserer Arbeit als Hundeschlitten-Guides hat sie uns bereits mehrfach unschätzbare Dienste erwiesen. Sie schützte zuverlässig unsere Ausrüstung auf dem Weg nach Kanada, dient in unserer kleinen Blockhütte als "Kleiderschrank" für unsere Wäsche und barg während der längeren Touren auf dem Hundeschlitten unser gesamtes Gepäck. Die Größe 2 ist mit einem Volumen von 70 Litern sogar groß genug, um im Notfall einen verletzten Hund auf dem Schlitten sicher nach Hause zu transportieren. fs

Fazit: Schnörkellose und robuste Reisetasche aus Cordura-Nylon für den anspruchsvollen Reise- und Expeditionseinsatz.

Bach Fat Maxx 3 *****

Der Fat Maxx von Bach ist ein großvolumiger Rucksack für Trekkingtouren und Expeditionen, auf denen viel Gepäck und schwere Lasten transportiert werden müssen. Als Ersatz für meinen ausgedienten Dana Design Rucksack hat der Bach ein schweres Erbe angetreten…und bereits während der ersten Gehversuche seine Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Auf einer Trekkingtour im Sarek-Nationalpark in Lappland schleppte ich mit diesem Rucksack rund 35 kg. Ich möchte nicht behaupten, dass es ein Genuss gewesen wäre, mit diesem Gewicht herumzulaufen, aber der Fat Maxx hat die Last mit seinem M.A.D.-Tragesystem hervorragend auf die Hüfte übertragen. Ich bin ein großer Fan von den "Angel Wings", jenen diagonal verlaufenden Bändern die vom Packsack zum Hüftgurt verlaufen und die noch mal die Stabilität und Lastenübertragung auf die Hüfte verbessern. Das bewährte Cordura-Material ist scheuer- und reißfest. Toll finde ich auch das großvolumige Deckelfach und die kleinen - kaum auftragenden- Seitentaschen. Auch das Schlafsackfach ist groß genug, damit eine dicker Kunstfaserschlafsack Platz findet. Ein ebenfalls erwähnenswertes Detail sind die Verschlussbänder, die locker durch die Führungskanäle am Deckelfach verlaufen. Dadurch wird der Deckel jedes Mal optimal auf das Volumen und die Form des Hauptfachs angepasst. Besonders sympathisch finde ich auch das schlichte und funktionale Design. An diesem Rucksack findet man keinen albernen Schnickschnack, sondern nur das was man wirklich braucht….halt Stopp…ein Teil ist doch überflüssig: Die seitliche Trinkflaschenhalterung schlackert unangenehm herum, wenn man sie tatsächlich mit einer schweren Trinkflasche belädt. Liebe Bach-Designer: Verzichtet in Zukunft auf dieses Teil und packt stattdessen eine Regenhülle zum Rucksack dazu. fs

Fazit: Nahezu perfekter Trekkingrucksack für lange Touren und Expeditionen mit schwerem Gepäck.

Bach Hiker 35 *****

Bach Hiker 35Der Hiker 35 verbindet ein klassisches Wanderrucksack-Design mit modernen Materialien und einem effektiven Tragesystem. In Kanada verwenden wir den Hiker 35 als großvolumigen Allround-Tagesrucksack. Er begleitet uns bei unseren Tagestouren auf dem Hundeschlitten ebenso wie auf Wanderungen mit und ohne Schneeschuhe, beim Eisangeln oder Einkaufen in der Stadt. Mit seinem Volumen reicht er aber auch für kurze Wochenend-Wanderungen oder etwas längere Hüttentouren mit leichtem Gepäck.

Die Möglichkeit, ihn bei Bedarf in ein Hauptfach und ein Bodenfach teilen zu können, macht den Hiker 35 zu einer flexiblen Rucksacklösung für verschiedenste Einsätze. Gut gefallen mir auch die beiden Seitentaschen, in denen ich auf Touren im Winter in der Regel ein paar Ersatzhandschuhe und einige Müsliriegel gut erreichbar unterbringe. In der geräumigen Deckeltasche kommt der restliche Kleinkram (z.B. Kompass, GPS, Handwärmer und Erste-Hilfe-Set) unter. Außerdem bietet der Hiker 35 die Option, ein Trinksystem mit Trinkbeutel und Schlauch zu installieren. So hat man während einer Wanderung stets die Möglichkeit genug zu trinken, ohne den Rucksack abnehmen zu müssen.

Das Hike-SVS-Tragesystem ermöglicht ein bequemes Tragen auch über längere Strecken bei relativ guter Belüftung. Der Hüftgurt überträgt die Last für einen Rucksack dieser Größe ungewöhnlich gut auf das Becken. fs

Fazit: Vielseitiger und robuster Wander-Tagesrucksack in klassischem Design mit interessanten Detaillösungen. Das relativ große Volumen qualifiziert ihn sogar für Wochenend- und Hüttentouren.

Schlafsäcke & Isomatten

Evazote Isoliermatten *****

Ich freue mich immer, wenn sich ein wirklich preiswertes Produkt auch in der Praxis bewährt und maximalen Nutzen bringt. Dazu gehören für mich die einfachen Isoliermatten aus Evazote-Schaumstoff. Sie sind extrem robust und isolieren hervorragend gegen Bodenkälte. Zugegeben: sie sind nicht so bequem, wie die aufblasbaren Thermomatten. Aber dafür sind sie bedeutend robuster. Sie vertragen es ohne Probleme, wenn man sie auf Dornen oder spitzen Steinchen verwendet. Und an den geringeren Liegekomfort hat man sich schon nach wenigen Nächten gewöhnt. Auch wenn sie robust sind, kann man diese Matten natürlich kaputt kriegen. Die defekten Matten, die ich in der Hand hatte, haben alle hinter einer Autoscheibe gelegen und sind durch die extreme Hitze und Sonneneinstrahlung zerschmolzen.

Je nach Einsatzzweck verwenden wir unterschiedliche Dicken und Größen an Evazote-Matten. Normalerweise nutze ich eine Matte mit den Maßen 190cm x 60cm und einer Dicke von 1cm. Das reicht auch bei leichtem Bodenfrost noch aus. Im Winter, wenn es einer besseren Isolierung bedarf, benutze ich eine Matte der gleichen Größe, aber mit einer Stärke von 2cm. Bei kurzen Sommertouren, auf denen ich mit besonders leichtem Gepäck unterwegs sein möchte, kommt eine etwas spartanische Matte in Schulterbreite, einer Länge von 170cm und einer Stärke von 0,5cm zum Einsatz. Diese Matte verwendet Claudia auch im Winter als zusätzliche Isolation unter ihrer Therm-a-rest-Matte. fs

Fazit: Robuste Isolation gegen Bodenkälte zu einem guten Preis.

Ajungilak Kompakt Schlafsack *****

Der Kompakt ist ein Klassiker unter den Kunstfaser-Schlafsäcken. Mit einem relativ kleinen Gewicht (ca. 1,6 kg) und einem annehmbaren Packmaß war er auf vielen Trekkingtouren ein zuverlässiger Begleiter. Auch leichte Minusgrade konnte man ihm durchaus zumuten. Durch die unempfindliche Kunstfaser-Füllung war er auch gut für etwas feuchtere Biwaks geeignet. Ich spreche deshalb in der Vergangenheit, weil ich meinen Kompakt nach fast zehn Jahren intensiven Gebrauchs endlich ausgemustert habe. Die Füllung war inzwischen etwas platt geworden und schon oberhalb der Frostgrenze wurde es etwas kühl. Meine guten Erfahrungen mit dem Kompakt (und die schlechten mit den Konkurrenzprodukten) haben mich aber wieder zu einem Ajungilak greifen lassen. Ich werde hier berichten, ob auch die neue Version des Ajungilak Tyin (3 Jz.) den hohen Erwartungen gerecht wird. fs

Fazit: Genialer Kunstfaserschlafsack für den gemäßigten Einsatz von Frühjahr bis Herbst mit geringem Gewicht und kleinem Packmaß.

Ajungilak Tyin Schlafsack *****

Der Tyin von Ajungilak ist ein robuster 3-Jahreszeiten Schlafsack mit Kunstfaserfüllung. Claudia und ich haben jeweils einen Tyin aus unterschiedlichen Produktionsjahren. Claudias neuere Version hat einen anderen Schnitt in der Kapuze und etwas mehr Füllung, was ihrer größeren Kälteempfindlichkeit entgegen kommt. Der Schlafsack kommt bei uns auf allen Touren von Frühjahr bis Herbst und bis zu Temperaturen von knapp unter Null Grad zum Einsatz.

Der Tyin gehört mit einem Gewicht von etwa 2 kg nicht unbedingt zu den leichten Schlafsäcken und auch sein Packvolumen ist nicht gerade klein. Aber es hält sich alles noch im Rahmen und die Tatsache, dass man sich auch in kälteren Nächten und bei feuchter Witterung auf ihn verlassen kann, ist nicht zu vernachlässigen. In Sachen Verarbeitungsqualität gibt es ein bisschen was zu meckern: Ein paar Nähte im Inneren des Schlafsackes sind aufgegangen und das Ripstop-Futtermaterial zieht Fäden.

Obwohl wir beide mit den Schlafsäcken im Allgemeinen ganz zufrieden sind, würden wir in Zukunft lieber den Kompakt Winter des gleichen Herststellers wahlen, da die Füllung dieses Modells ein besseres Wärme/Gewichtsverhältnis hat. Außerdem wird in der Kompaktserie ein anderes Innenfutter verwendet, dass hoffentlich eine bessere Qualität hat. fs (11/2011)

Fazit: Guter Allroundschlafsack für den Einsatz von Frühjahr bis Herbst. Nicht gerade leicht und klein im Packmass, aber zuverlässig in der Wärmeleistung.

TNF Snowshoe Schlafsack (Polarguard Delta) *****

Nachdem ich mit dem Solar Flare (Daunenfüllung) von The North Face so gute Erfahrungen gemacht habe, besorgte ich mir einen Snowshoe des gleichen Herstellers. Dieser Schlafsack hatte eine Kunstfaser-Füllung (Polarguard Delta) und sollte vorwiegend für Touren bei kühleren Frühjahrs- und Herbsttemperaturen, sowie bei moderateren Wintertouren eingesetzt werden. Auch dieser Schlafsack war von der Ausstattung (Kapuze, Wärmekragen, Abdeckleiste, Weckertasche etc.) hervorragend. Und auch bei seinem ersten Einsatz in Norwegen (Biwak bei ca. -15°C) schien der Schlafsack meine Erwartungen zu erfüllen. Aber nicht einmal ein Jahr später war die Füllung des Snowshoes völlig zusammengefallen. Und während Claudia auf unserer langen Pyrenäentour im Ajungilak Kompakt selig schlummerte, musste ich bereits bei Temperaturen knapp über (!) 0°C mit langen Unterhosen und Fleecepullovern gegen die Kälte ankämpfen.

Man muss den Mitarbeitern des Kundenservice von The North Face allerdings hoch anrechnen, dass sie dieses Teil ohne zu murren zurückgenommen und in einen hochwertigeren Daunenschlafsack (in dem nun meine Mama zufrieden ihre Urlaubsnächte verbringt) umgetauscht haben. fs

TNF Solar Flare Schlafsack (Dryloft) *****

Der Solar Flare von The North Face ist ein Winter- und Expeditionsschlafsack der absoluten Spitzenklasse. Seit einigen Jahren nutze ich die ältere Version mit einer Dryloft-Außenhülle. Gefüllt mit ca. 1000 Gramm feinster Gänsedaune (Fillpower: 800+) isoliert dieser Schlafsack auch bei frostigen Minusgraden noch zuverlässig. In Lappland waren auch Temperaturen von -35°C kein Problem. Allerdings nutzte ich dabei meine Daunenjacke als zusätzlichen Fußsack im Inneren und war vollständig mit Fleece-Hose und Pullover bekleidet.

Der wasserfeste Dryloft-Außenstoff schützt die Daune zuverlässig vor Feuchtigkeit, die sich im Winter als Reif am Innenzelt niederschlägt und dann von oben auf den Schlafsack rieselt. Auch im Kopfteil wurde dieser Stoff verwendet. Damit begegnen die Konstrukteure dem Problem, dass man bei vollständig geschlossenem Schlafsack viel Feuchtigkeit in das Kopfteil atmet und so über Tage hinweg die Daune durchfeuchtet.

Wirklich toll sind die aufwändigen V-förmig angeordneten Kammern auf der Oberseite des Schlafsacks. Sie vermindern eine seitliche Verschiebung der Daunen durch Drehbewegungen im Schlafsack. Bei normalen Querkammern kann eine solche seitliche Verschiebung zu Kältebrücken im Brustbereich führen.

Kapuze, Wärmekragen und Reißverschluss-Abdeckleiste sind optimal geformt und bieten sicheren Schutz vor Wärmeverlust. Ein nettes Detail ist die kleine Tasche im Kopfbereich für den Wecker. Allerdings wäre auch eine kleine Tasche im Inneren des Schlafsacks eine tolle Ergänzung. Hier ließen sich während der Nacht Kontaktlinsen und kälteempfindliche Medikamente frostsicher unterbringen. Nachdem ich zuerst Schlafsäcke mit einem kurzen Reißverschluss wegen des geringeren Wärmeverlustes favorisiert habe, bin ich inzwischen froh, dass der Solar Flare einen langen Reißverschluss bis zum Fußbereich hat. So lässt er sich fast komplett öffnen und trocknet dadurch schneller. Und sollte man zwischendurch auch mal in einer Hütte übernachten, kann er als Decke genutzt werden.

Die Signalfarbe ist zwar etwas schmutzempfindlicher, allerdings kann der Schlafsack so im Notfall Aufmerksamkeit erregen. fs

Fazit: Durchdachter Winter und Expeditionsschlafsack für Temperaturen bis etwa -30°C.

Schuhe & Innenschuhe

Cabelas Trans Alaska III Winterstiefel *****

Cabelas Trans Alaska IIIImmer noch auf der Suche nach dem perfekten Stiefel für Schneeschuh- und Hundeschlitten-Touren bei extremen Minusgraden bestellte ich bei dem nordamerikanischen Versand Cabelas den Trans Alaska III Pacboot. Laut Katalogtext wurde dieser Stiefel in Zusammenarbeit mit Iditarod-Champion Jeff King entwickelt und soll der wärmste Schuh im gesamten Cabelas Sortiment sein.

Als der Postbote mit dem Cabelas Paket an der Tür klopfte, bekam ich erst einmal einen Schrecken. Das Paket sah so groß aus, dass ich dachte Cabelas hätte gleich zwei Paar geschickt. Mitnichten! Diese Stiefel haben einfach etwas mehr Außenvolumen! Davon sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen! Mit dicken Socken bewaffnet schlüpfte ich hinein...und fühlte mich wohl!

Der Außenschuh wurde aus Leder und robusten Nylongeweben konstruiert und reicht dank des hohen Schaftes fast bis zum Knie. Eine wasserdichte Dry-Plus-Membran sorgt für trockene Füße bei nassen Bedingungen. Die unglaublich dicke Zwischensohle fällt sofort ins Auge und bietet hervorragende Isolierung gegen den kalten Untergrund. Die Laufsohle hat ein gutes Profil und erlaubt sicheren Halt auf rutschigem Schnee. Trotz der dicken Sohlen ist der Trans Alaska III erstaunlich flexibel, was auf rutschigem Untergrund von Vorteil ist. Ausserdem hilft ein flexibler Schuh, die Füße warm zu halten, da die Extremitäten durch die Bewegung besser durchblutet werden.

Dank des Rollensystems lässt sich der Stiefel extrem leicht schnüren. Die Qualität der originalen Schnürsenkel konnte jedoch nicht begeistern. Sie rissen bereits nach wenigen Wochen und mussten ausgetauscht werden. Am oberen Ende des Schaftes hat Cabelas eine Nylon-Gamasche mit Schnürzug angebracht, die verhindert, dass im Tiefschnee größere Mengen Schnee in den Stiefel geraten.

Im Inneren des Stiefels haben die Designer eine weitere extrem dicke Schaumstoff-Innensohle plaziert, um noch mehr Schutz gegen Bodenkälte zu gewähren. Dank dieser Schicht befindet sich der Fuß rund sieben gut isolierte Zentimeter über dem eiskalten Untergrund. Ich bin davon überzeugt, dass hier das Geheimnis des Trans Alaska III liegt und andere Schuhhersteller täten gut daran, ein wenig mehr in die Sohlen-Isolierung ihrer Winterstiefel zu investieren. Denn wenn man sich den alu-bedampften Filz-Innenstiefel des Cabelas Stiefel anschaut, wird man feststellen, dass diese auch nicht sehr viel dicker als die Innenstiefel der Mitbewerber sind. Und trotzdem schafft der Trans Alaska III etwas, dass sonst noch niemand schaffte: Wirklich warme Fabian Füße bei -40 Grad Celsius!

Nach einem langen Tag in diesem Stiefel sammelt sich jedoch auch trotz der atmungsaktiven Beschichtung Feuchtigkeit im Innenschuh des Trans-Alaska III. Über Nacht sollte man daher den Filz-Schuh herausnehmen und am Ofen oder im Schlafsack trocknen. Dank der guten Erfahrungen, die ich mit Skischuh-Linern gemacht habe, habe ich den Filzschuh von Cabelas gegen einen Schaumstoff-Liner von Intuition (siehe Testbericht für Intuition Liner) ausgetauscht. Von dieser Kombination bin ich noch begeisterter, als von dem Original, da der Intuition Liner aus geschlossenzelligem Schaum besteht und auch Feuchtigkeit die Isolierung nicht wirklich beeinträchtigen.

Ich habe den Trans Alaska III von Cabelas nun für eine gesamte Wintersaison getragen und er hat sich auf Schneeschuhtouren und Winterwanderungen ebenso bewährt, wie auf mehrtägigen Hundeschlitten-Touren und dem Yukon Quest 300 Schlittenhunde-Rennen. fs (10/2011)

Fazit: Der Cabelas Trans Alaska III ist der mit Abstand beste Winterstiefel, den ich bisher getragen habe. Er bietet auch bei unter -40 Grad Celsius noch warme Füße auf Hundeschlitten- und Schneeschuh-Touren. Dazu ist er leicht und bequem zu tragen.

Intuition Liner *****

Intuition LinerIn der Nähe von Vancouver stellt eine Spezialfirma namens Intuition Innenschuhe für Skistiefel aus geschlossenzelligem Schaumstoff her. Eine ganze Ladung dieser Innenschuhe hat es in den hohen Norden Kanadas geschafft und erwärmt nun die Füße (und Herzen) zahlreicher Hundeschlittenfahrer.

Der große Vorteil dieser Liner aus geschlossenzelligem Schaum liegt darin, dass sich die isolierende Schicht nicht mit Feuchtigkeit vollsaugen kann. Dadurch wird auch bei nassen Bedingungen die volle Wärmedämmung erhalten. Kommt einmal eine Ladung Wasser von oben in den Innenschuh, kann man das Wasser einfach abgießen, den Liner auswischen und mit einem paar trockenen Socken die Tour ohne gefrorene Füße fortsetzen.

Wenn man die Schuhe nach Firmenanleitung aufheitzt, kann man sie sogar der eigenen Fußform anpassen. Doch auch ohne diese Behandlung fanden wir die Passform hervorragend.

Wir haben diese Innenschuhe mit verschiedenen Außenschuhen (Cabelas Trans Alaska III, Sorel, NEOS) probiert und waren vom Komfort und Wärmeleistung begeistert. Die Intuition Liner sind darüberhinaus leichter als die meisten Filz-Innenschuhe.

Als einzigen Nachteil empfinde ich, dass der Schaumstoff unter der Ferse durch die ständige Belastung dauerhaft komprimiert wird. Man sollte zum Schutz von innen eine gute Einlegesohle tragen und außerdem zwischen Außen- und Innenschuh eine weitere isolierende Sohle einlegen. fs (10/2011)

Fazit: Geniale Ski-Innenschuhe, die sich dank ihrer Isolierung und dem guten Verhalten bei Feuchtigkeit auch in anderen Winterstiefeln extrem bewährt haben

Meindl Nordkap Gtx Winterstiefel *****

Mit dem Nordkap Gtx hat uns Meindl einen hervorragenden Winterschuh für unsere Arbeit als Hundeschlitten-Guides in Kanada zu Verfügung gestellt. Im Gegensatz zu den meisten Winterstiefeln, die ich bisher ausprobieren konnte, bietet der Nordkap Gtx eine perfekte Stabilität im Schaft und ist extrem leicht. Auf dem Hundeschlitten sind diese beiden Punkte wichtig, da der Musher das Hundeteam bergauf aktiv durch Mitlaufen und Anschieben des Schlittens unterstützen muss. Mit einem schweren und weichen Schuh ist das ausgesprochen anstrengend und verletzungsträchtig. Der Meindl Nordkap Gtx läßt sich exakt und fest schnüren und ist somit auch für Winterwanderungen und Schneeschuhtouren in etwas schwierigerem Terrain gut geeignet.

Die Gore-tex-Membran des Überschuhs hat unsere Füße und Socken während des gesamten Winters täglich zuverlässig gegen Wasser, Schnee, Wind und gelegentlich auch Hunde-Pippi geschützt. Gleichzeitig hat sie eine Atmungsaktivität gewährleistet, die ich bei meinen bisherigen Winterstiefeln immer vermisst habe. Das Hauptproblem bei den klassischen Winterstiefeln mit Gummigalosche (z.B. Sorel, Kamik) ist, dass sich die Feuchtigkeit im Fußbereich sammelt und dort den isolierenden Innenschuh innerhalb weniger Stunden durchnässt. Und wenn die Isolierung nass ist, werden die Füße kalt. Beim Meindl Nordkap hatten wir an bisher keinem einzigen Tag Probleme mit Schwitzfeuchtigkeit im Schuh.

Wird es doch einmal feucht im Stiefel (z.B. weil Schnee von oben in den Schaft gerieselt ist), kann der isolierende Innenschuh zum Trocknen herausgenommen werden. Die Innenschuhe von Claudias und meinen Stiefeln sind sehr unterschiedlich. Sie hat vermutlich eine etwas ältere Version mit einem Filzstiefel, während ich den Nordkap-Pro Gtx mit einem verbesserten Innenschuh nutze. Dieser Innenschuh mit Lammfell-Futter hat einige Vorteile: Er ist weniger geruchsanfällig und scheint etwas wärmer zu sein. Claudia hat in ihrem Innenstiefel aus rauem Filz außerdem Probleme mit rutschenden Socken. Beide Innenstiefel zeigen jedoch nach dem Dauergebrauch erhebliche Abnutzungserscheinungen an Stellen, an denen die Socken stark reiben (im Zehen- und Fersenbereich).

Was ich sehr vermisst habe, war eine herausnehmbare Einlegesohle mit Fußbett. Inzwischen habe ich meine Schuhe mit einfachen geschäumten Einlegesohlen aus dem Sporthandel aufgerüstet, was sowohl den Komfort beim Laufen deutlich erhöht, als auch die Isolation zum kalten Boden erheblich verbessert.

Claudia hatte außerdem Probleme mit dem Kunstfasermaterial ihres Außenstiefels. An einigen Knickstellen faserte das Material aus, bis an einer Stelle schließlich ein richtiges Loch entstand. Mit einem Nahtdichter konnten wir weiteren Schaden an dieser Stelle eindämmen. Da dieses Problem bei meinen Schuhen neueren Produktionsdatums bisher nicht aufgetreten ist, gehen wir davon aus, dass es sich um einen Materialfehler handelt, der von Meindl inzwischen behoben ist.

Die Temperaturangaben, die Meindl für diesen Schuh macht (-35°C), halte ich für übertrieben. Solange man sich intensiv bewegt, kann man mit diesen Schuhen tatsächlich bei solchen Minusgraden klar kommen. Sobald man aber eine etwas längere Pause macht oder Tätigkeiten nachgeht, die weniger Aktivität erfordern (Eisangeln, Snowmobil fahren, Tierbeobachtung, Fotografie, usw.) wird es in diesem Schuh schon bei deutlich höheren Temperaturen kühl bis kalt. Claudia hat die Erfahrung gemacht, dass sie im Nordkap Gtx bei geringer Bewegung bis etwa -10°C warme Füße hat, während ich mit dem Lammfell-Innenschuh bis etwa -20°C noch ganz gut klar komme. Der Einsatzbereich hängt natürlich stark vom individuellen Kälteempfinden ab. fs

Fazit: Der Nordkap Gtx ist ein sehr leichter Winterstiefel mit hervorragender Schaft- und Sohlenstabilität für den Einsatz bis etwa -20°C. Er ist ideal zum Hundeschlittenfahren, Eisangeln, Wandern, Schneeschuhlaufen und als Arbeitsschuh bei kalten Bedingungen.

Muckboots Wetland *****

Muckboots kommen aus den USA und dort scheint es besonders viel Schlamm und Wasser zu geben. Anders ist es nicht zu erklären, dass man sich da so gut mit der Produktion von hochwertigen und vor allem auch bequemen Gummistiefeln auskennt. Der Muckboot Wetland ist ein Allroundstiefel aus dickem Neopren, der vom Hersteller bis -20F (-29°C) eingestuft wurde. Solche Bewertungen muss man natürlich immer mit Vorsicht betrachten, aber ich habe mit einem Paar Wollsocken darin bei Temperaturen noch wirklich warme Füße gehabt, bei denen mir mit normalen Gummistiefeln schon längst die Zehen blau gefroren wären. Der Wetland ist vollständig wasserdicht und dank des Neoprens bleibt es auch dann relativ warm im Stiefel, wenn die Fluten mal über den Schaftrand reichen. Die Sohle hat ein gutes rutschfestes Profil und der untere Kunststoffschaft, mit dem das Neopren von außen eingefaßt ist, gibt dem Fuß auch genug Halt für längere Wanderungen durch nasses Terrain.

Nicht so gut haben mir die Innensohlen gefallen, die einfach etwas zu dünn und anfällig waren. Die lassen sich aber ohne Probleme austauschen. fs (10/2011)

Fazit: Ein warmer und besonders bequemer „Gummistiefel“ für alle die in Matsch, Schlamm und Wasser spielen wollen – oder müssen.

Sorel Caribou Winterstiefel *****

Sorel CaribouDie Winterstiefel von Sorel gelten als die absoluten Klassiker. Der untere Teil des Stiefels besteht aus Gummi und hält zuverlässig Feuchtigkeit ab. Der Stiefelschaft, bei dem sogar alle Nähte abgedichtet wurden, ist aus imprägniertem Leder. Für die Isolierung sorgt ein herausnehmbarer Filz-Innenschuh.

Ich habe mir diese Schuhe während eines Winters in Alaska gekauft und als Allroundstiefel für Hundeschlitten-, Motorschlitten- und Schneeschuhtouren sowie für den Einsatz rund ums Haus genutzt. Sorel empfiehlt dieses Modell für Temperaturen bis -40°C. In Nordamerika hatte ich sogar bei -45°C noch warme Füße. Allerdings nur solange ich gelaufen bin. Ohne Bewegung (z.B. beim Eisfischen) wird es schon bei deutlich höheren Temperaturen kalt an den Zehen. Ich würde den Sorel Caribou dann nicht bei Temperaturen unter -20°C einsetzen. Aber irgendwann wird es in jedem Schuh kalt…

Der größte Nachteil dieser Schuhe ist die geringe Atmungsaktivität, wodurch sich ausgeschwitzte Feuchtigkeit im Innenschuh sammelt. Besonders der Zehenbereich unter der Gummischicht war bei mir schnell durchfeuchtet. Und wenn die Isolierschicht erst einmal nass ist, wird es schnell kalt im Stiefel. Ich kann diesen Schuh also eher für kurze Aktivitäten empfehlen, nach denen man die Möglichkeit hat, den Filzschuh am Ofen oder im Trockenraum einer Hütte zu trocknen. Besteht diese Option auf einer längeren Tour nicht, sollte man trockene Ersatz-Innenstiefel zum Auswechseln dabei haben.

Außerdem ist der Caribou aufgrund der flexiblen Sohle und des weichen Schaftes nicht für schwieriges Gelände gemacht. In Bezug auf die Sohle ist es noch wichtig zu erwähnen, dass eine Gummimischung für den Einsatz auf Schnee gewählt wurde. Dass heißt, die Sohle ist nicht besonders abriebsfest. Der Vorteil der weichen Gummimischungen ist, dass sie auch bei sehr niedrigen Temperaturen flexibel bleiben und auf rutschigem Untergrund wie Schnee und Eis noch guten Halt bieten. Nutzt man diese weichen Sohlen jedoch auf Asphalt oder Steinen, ist das Profil relativ schnell abgerieben. fs

Fazit: Warmer Winterstiefel für den Einsatz bei Tages- und Hüttentouren in leichtem Gelände. Da sich die Schwitzfeuchtigkeit im Filz-Innenschuh sammelt, ist man auf eine gute Trockenmöglichkeit angewiesen.

Sorel Glacier Winterstiefel *****

Der Sorel Glacier ist ein warmer Stiefel für den Wintereinsatz. Er hat eine dickere (und sehr schwere) und dadurch besser isolierende Sohle als der Sorel Caribou und auch der dickere Filz-Innenschuh sorgt für wärmere Füße. Er ist dank des Nylonschaftes weniger wasserdicht als der Caribou mit seinem Leder, der mit Wachs imprägniert werden kann. Sorel hat diesen Stiefel für Temperaturen bis zu -74 Grad Celsius empfohlen, was wohl eher ein Wunschtraum der Entwickler ist. Ich habe ihn bis zu -40 Grad Celsius eingesetzt und war ganz zufrieden mit der Isolierung. Wenn man sich bei solchen Temperaturen eine Weile lang ruhig hinsetzt wird es jedoch auch im Glacier kalt.

Wie in allen Schuhen dieser Art sammelt sich auch im Glacier jede Menge Kondensfeuchtigkeit, so dass nach ein paar Stunden Einsatz der Filzschuh nass ist, und erst wieder in der warmen Hütte getrocknet werden muss.

Der Sorel Glacier bietet dank der miserablen Schnürung kaum Halt und ist deshalb eher zum Herumschlurfen im Camp, beim Eisangeln oder zum Beobachten von Tieren oder Nordlichtern im Winter als für ernste Touren mit Schneeschuhen oder Hundeschlitten geeignet. fs (11/2011)

Fazit: Schwerer und warmer Winterstiefel für knackige Minusgrade und anspruchslose Anwendungen in leichtem Gelände.

Stirnlampen

Brunton L3 *****

Bei unserer Arbeit als Hundeschlitten-Guides haben wir die Grenzen unserer Petzl Tikka Stirnlampen kennen gelernt. Ihre Reichweite war für einige Einsätze einfach nicht ausreichend. So habe ich mich nach einer leistungsfähigeren Stirnlampe umgeschaut und bin auf die Brunton L3 gestoßen. In dieser High-tech-Stirnlampe haben die Produktentwickler eine 3-Watt-LED mit einer fokussierenden Linse kombiniert. Da man nicht immer die volle Leuchtweite benötigt, gibt es neben dem extrem hellen Powermodus (über 60m) auch noch einen Sparmodus mit einer Leuchtweite von wenigen Metern (ca. 20m) und einen Modus für mittlere Reichweite (etwa 35m). Darüber hinaus kann auch noch ein Blinklicht eingeschaltet werden.

Die Lampe wird mit vier AA-Batterien betrieben, die in zwei Fächern am Hinterkopf untergebracht sind. Dadurch wird das Gewicht auf angenehme Weise am Kopf verteilt. Alternativ können diese beiden Batteriefächer abgenommen und ein externes Batteriefach, das vier C-Batterien fasst, angeschlossen werden. Dieses Batteriefach kann unter der Bekleidung warm gehalten werden und bietet den Vorteil, dass man noch weniger Gewicht am Kopf tragen muss. Ein wichtiger Pluspunkt für mich: während einige andere LED-Lampen für den Betrieb mit Lithium-Batterien nicht geeignet sind, ist die Verwendung dieser Energiequellen mit der Brunton-Lampe kein Problem. Als Betriebsdauer gibt Brunton bis zu 200 Stunden mit einem Satz Batterien an. Ich habe nicht gemessen, wie viele Stunden meine Lampe bisher gebrannt hat, aber ich habe die gesamte Wintersaison auf dem Hundeschlitten mit einem einzigen Satz AA-Lithiumbatterien hinter mich gebracht.

Hilfreich finde ich die Verwendung von weißem Kunststoff für das Lampengehäuse. Das erleichtert das Auffinden der (ausgeschalteten) Lampe bei schlechten Lichtverhältnissen. Noch besser fände ich einen fluoreszierenden Kunststoff.

Ein wirklicher Schwachpunkt ist die Befestigung der Stirnlampe am elastischen Kopfband. Die zwei Plastikstege am Lampengehäuse, hinter denen das Band verläuft, sind einfach viel zu dünn. Auf einer Seite ist ein solcher Steg bereits gebrochen, so dass ich hier mit Klebeband stabilisieren musste. Bei einer so teuren - und ansonsten hervorragenden - Lampe sollte so etwas eigentlich nicht passieren.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Fixierung der Lampe am Kopf. Ich wünsche mir zusätzlich noch ein zentrales Band, das mittig über den Kopf verläuft und so wirksam verhindern könnte, dass die Lampe gelegentlich bis auf die Ohren rutscht. fs

Fazit: Sparsame High-end LED-Stirnlampe mit großer Reichweite und kleineren Schwächen.

Petzl Tikka *****

Als sich mehrere meiner Freunde die damals relativ neue Petzl Tikka als Stirnlampe zulegten, war ich äußerst skeptisch. Ich konnte (oder wollte) mich nicht an dieses merkwürdige gestreute weiße Licht der drei LED gewöhnen und nutzte weiter meine konventionelle Petzl Zoom, die mit einer Halogenbirne bedeutend weiter leuchtete als die Tikka.

Inzwischen verwenden auch Claudia und ich bei den meisten unserer Touren die Tikka. Die kleinen Stirnlampen kommen im Winter zum Skifahren genauso zum Einsatz, wie auf sommerlichen Kanu- und Trekkingtouren. Besonders begeistern uns die enorme Sparsamkeit dieser Lampen und ihre Stabilität bei geringem Gewicht. Toll ist der etwas schwergängige Schiebeschalter der Tikka. Er verhindert wirksam, dass die Lampe unbeabsichtigt im Rucksack oder in der Tasche angeschaltet wird und so Strom verbraucht. Trotzdem ist er leichtgängig genug, um auch mit dicken Handschuhen bedient zu werden. Das weiße Licht empfinde ich mittlerweile als sehr angenehm. Der einzige Nachteil ist die relativ geringe Reichweite der Lampe. Für alle Arbeiten im Camp, zum Lesen und zur einfachen Orientierung im Gelände bei Nacht reicht die Tikka völlig aus. Aber wenn man mal weiter leuchten muss, benötigt man eine andere Lichtquelle. fs

Fazit: Supersparsame und leichte LED-Stirnlampe mit mittlerer Reichweite.

Zelte

Helsport Fjellheimen 2 Camp *****

Helsport Fjellheimen Camp 2Das Fjellheimen Camp ist ein superleichtes (ca. 2,5 kg) und klein zu verpackendes Tunnelzelt für zwei Personen. Die verlängerte Apsis bietet genug Platz für das gesamte Gepäck und zum Kochen bei schlechtem Wetter. Und auch im Innenzelt ist ausreichend Raum für zwei Personen. In den Pyrenäen mussten wir einmal in diesem Zelt zwei Tage ausharren, während draußen ein gewaltiger Sturm tobte. Windböen donnerten immer wieder gegen unsere kleine Behausung und besorgt beobachteten wir Gestänge und Zeltwand. Aber alle Sorgen waren unbegründet: das Fjellheimen Camp 2 erwies sich als unglaublich windstabil. Es ist ein wirklich gutes Zelt für Leichtgewichts-Fans, die sich auf anspruchsvolle Touren von Frühjahr bis Herbst begeben wollen. Als richtiges Winterzelt können wir das Fjellheimen Camp 2 nicht empfehlen. Das Innenzelt ist für die dicken Klamotten und Schlafsäcke zu klein und zu niedrig. Sitzend stößt man ständig an die Decke und beschneit sich so mit dem Reif. Auch das Außenzelt ist nicht bis zum Boden heruntergezogen. Das sorgt zwar für eine gewisse Belüftung, aber nach einem Schneesturm muss man erstmal wieder die Apsis freischaufeln (oder eben vor dem Schneesturm das Zelt mit Schneewällen abdichten).

Da wir von diesem Zelt eigentlich recht angetan sind, würden wir uns freuen, wenn Helsport noch mal einige Anstrengungen in dieses Zelt stecken und einige Punkte verbessern würde:

  1. Die Eingangstür des Außenzeltes fällt konstruktionsbedingt immer in Richtung Innenzelt. Leider ist das ja genau die Richtung, in die man sich bewegt, wenn man in das Zelt kriechen möchte. Besonders blöd ist das bei Regen, wenn die Tür nass ist. Würde sie einfach in die andere Richtung (also in Richtung Apsis) aufgehen, wäre das Problem schon gelöst.
  2. Das Originalgestänge war ziemlicher Schrott. Bereits nach wenigen Wochen waren etliche der Steckverbindungen leicht aufgebogen oder sogar angerissen. Zum Glück tauschte Helsport das Originalgestänge problemlos gegen ein kräftigeres Gestänge aus der Expeditionsserie. An diesem Gestänge sind die Steckverbindungen auf klassische Weise konstruiert (also mit eingesetzten Steckhülsen). Seitdem haben wir keine Probleme mehr.
  3. Die Belüftung des Fjellheimen Camp ist absolut verbesserungswürdig. Die Lüftertüte im Eingangsbereich hätte man sich gleich sparen können. Sie ist so klein und schlabberig, dass sie schon bei leichtem Wind gegen die Tür gedrückt und dadurch verschlossen wird.
  4. Auch die Belüftung am Fußende, sollte noch einmal überarbeitet werden. Hier haben sich die Konstrukteure von Helsport etwas besonders aufwendiges einfallen lassen: über einen Schnürzug im Innenzelt kann eine Art Rollo am Außenzelt bedient werden. Hebt man dieses Rollo an, kann frische Luft durch ein Moskitonetz im Außenzelt in das Zeltinnere geleitet werden. Bei besonders schlechtem Wetter lässt man das Rollo einfach wieder runter und die Hütte ist dicht. Leider ist das Moskitonetz nicht besonders robust gegen Scheuer- und Reißbelastung. Wir mussten unseres schon mehrfach flicken, weil es am Boden an Steinen und Ästen aufgescheuert ist. Im Winter fällt diese Belüftung völlig aus, weil sie im Schnee verschwindet. Ergo: Dieses Belüftungssystem ist nicht effektiver als eine gut gebaute Lüftertüte, aber bedeutend anfälliger.
  5. Das Material bzw. die Nähte an den Enden der Gestängekanäle sollte unbedingt verstärkt werden. Sie sind jetzt schon mehrfach beim Abspannen angerissen. fs

Fazit: Superleichtes und kompaktes Tunnelzelt für 2 Personen mit einigen Konstruktionsschwächen.

Sonstiges

Energizer Lithium-Batterien (AA, R6, Mignon) *****

Lithium-Batterien sind auf Wintertouren bei tiefen Minusgraden die erste Wahl, wenn normale Alkali-Batterien und NiMh-Akkus schon längst aufgegeben haben. Energizer garantiert für seine Lithium-Batterien volle Funktionsfähigkeit bis zu -20°C. Allerdings haben wir in Stirnlampen, Fotoapparaten und GPS-Geräten auch bei deutlich niedrigeren Temperaturen (unter -35°C) keine Probleme mit diesen Batterien gehabt. Ein weiterer Vorteil ist die lange Lagerfähigkeit dieser Batterien. Sie können über zehn Jahre ohne Leistungseinbußen aufbewahrt werden.

Ein Nachteil ist der relativ hohe Preis von Lithium-Batterien. Außerdem gibt es Geräte die nicht für den Betrieb mit Lithium-Batterien ausgelegt sind und dabei Schaden nehmen können (z.B. einige LED-Stirnlampen von Petzl). Das sollte man vor einem Einsatz unbedingt überprüfen. fs

Fazit: Leistungsstarke Batterien mit langer Lagerfähigkeit und für den Betrieb bei extremer Kälte.

Nahtdichter: McNett Seam Grip *****

Seam GripEigentlich wird Seam Grip als Nahtdichter für PU-beschichtete Zelte angeboten. Aber darüber hinaus hat es sich für eine Vielzahl von Reparaturen bewährt. Auch Löcher und Risse in Zelten, Rucksäcken, Thermomatten usw. können damit geflickt werden. Ist das Loch nicht so groß (bis etwa 2 cm Länge) reicht es, wenn es von einer Seite mit einem einfachen Klebeband provisorisch geschlossen wird. Das verhindert, dass der Nahtdichter durch das Loch fließt. Dann einfach den Nahtdichter von der Seite ohne Klebeband auftragen und mehrere Stunden trocknen lassen. Danach Klebeband abziehen und auch noch von der anderen Seite Nahtdichter auftragen. Größere Risse sollte man grob nähen, bevor man sie mit Seam Grip klebt. Auch wenn Seam Grip durchgetrocknet ist, bleibt es gummiartig flexibel. Sogar meine Wanderschuhe, an denen auf einer Tour mehrere Nähte aufgegangen waren, konnte ich mit Seam Grip provisorisch flicken und abdichten.

Außerdem ist es geeignet, um glatte Thermomatten rutschfester zu machen. Auf meine Thermarest-Matte habe ich mehrere Streifen Seam Grip aufgetragen. Jetzt rutsche ich auch auf unebenem Untergrund nicht mehr von der Matte. Claudia hat Seam Grip auch auf die Handflächen ihrer Handschuhe aufgetragen, um diese rutschfester zu machen. fs

Fazit: Genialer Nahtdichter, der für eine Vielzahl von Reparaturen geeignet ist und auf keiner längeren Reise im Reparatur-Set fehlen sollte.


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