Du bist den ganzen Tag gewandert, gepaddelt oder auf Skiern durch die Landschaft gerutscht? Sämtliche Reserven scheinen aufgezehrt und Du bist sicher, der Blick unter das T-Shirt offenbart nichts als magere Rippenbögen? Dann endlich surrt der Kocher und nach einigem ungeduldigen Warten kannst Du schließlich mit Hilfe Deines ultraleichten Titanium-Vielzwecklöffels reinhauen. Aber schon nach den ersten Bissen hast Du die Lust am Schlemmen verloren? Wieder nur pappiges und geschmackloses Fertigfutter im Gepäck gefunden? Wir hatten genug vom gefriergetrockneten Essensersatz und staubigen Müsliriegeln, genug der nächtlichen Träume von Lebensmittelschlachten an reich gedeckten Buffettischen, genug der vor mangelndem Genuss jammernden Mitreisenden! So durchforsteten wir unsere Rezeptsammlungen, lasen ganze Regale voller Kochbücher und experimentierten monatelang in der Outdoor-Versuchsküche. Den größten Erfolg brachte jedoch der Aufruf an unsere Freunde, uns ihre besten Outdoor-Rezepte zu senden. Und hier ist sie nun: die weitewege-Rezeptsammlung! Wenn Du auch ein tolles Gericht kennst, das sich für Outdoor-Touren und die Zubereitung über dem Campingkocher oder dem Lagerfeuer eignet, dann schreib uns! Wir werden Eure Vorschläge ausprobieren und die besten Ideen hier unter Eurem Namen veröffentlichen. Rezeptideen bitte an: fabian [at] weitewege.de |
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Ein Rezept britischer Kinderstuben, dass sich auch gut für unterwegs eignet. Eigentlich ist es eine Resteverwertung für halbvertrocknetes Weißbrot…und manchmal eine willkommene Abwechslung zum täglichen Frühstücksmüsli.
Zutaten:
Ca. 4 Scheiben Weißbrot
Ca. 300 ml Milch (mit Milchpulver anrühren)
Etwas Zucker
1TL Butter/Margarine
Das Toastbrot in Würfel schneiden und mit den anderen Zutaten in einen Topf geben. Die Brotwürfel sollten fast komplett mit Milch bedeckt sein. Nun aufkochen, bis die Brotwürfel aufgequollen sind. Fertig.
Varianten:
Natürlich kann man auch Rosinen, Äpfel etc. dazugeben und mit Zimt oder Vanillearoma (Vanillezucker) würzen.
Bannock ist ein traditionelles nordamerikanisches Brot, das in der Pfanne gebacken wird. Dieses Bannock-Rezept haben wir von Mona aus Kelowna (British Columbia, Kanada) bekommen. Sie hat mit uns am 16. Gold Rush Trail Dogsled Mail Run teilgenommen, wo wir mit diesem Bannock nicht nur die Jury des "Mushers Triathlon" begeistern konnten…
Zutaten:
4 Tassen Mehl
½ Tasse Zucker
1 TL Salz
4 TL Backpulver
1 Tasse Trockenfrüchte (evtl. zerkleinern)
1 1/2 bis 2 Tassen Wasser
Alle Zutaten werden zu einem Teig vermischt. Anschließend werden kleine flache Fladen geformt und in einer Pfanne mit reichlich Öl gebacken/frittiert. Stilecht ist das natürlich nur an einem richtigen Lagerfeuer…
Varianten:
Um den Teig etwas dunkler und schwerer zu machen, können Weizen- und Roggenmehl zu gleichen Teilen gemischt werden.
Wir mussten erhebliche Anstrengungen auf uns nehmen, um Claudias Mama dieses uralte und geheime Familienrezept zu entlocken. Es ist das einfachste und beste selbstgebackene Brot, das wir kennen! Da es sich sehr gut für mehrere Tage hält, kann man es zuhause backen und dann auf Tour mitnehmen. Außerdem kann man das Brot während einer Reise in den Backöfen von Herbergen und Hütten backen. Ein gefetteter und mit Mehl bestäubter Camping-Kochtopf (1,6 l) dient dann als Backformersatz.
Zutaten:
2 Tüten Trockenhefe (4,5 TL)
450 ml lauwarmes Wasser
500 g Mehl Weizen-Vollkornmehl (oder 300 g Weizen- und 200 g Roggenmehl)
2 TL Salz
2 EL (5%igen Apfel-) Essig
50 g geriebene Möhren (oder zusätzlich 1-2 EL Wasser)
Evtl. 100 g Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Sesam, Schrot
Hefe in dem lauwarmen Wasser auflösen. Dann alle weiteren Zutaten hinzugeben und mit einem Löffel zu einem Teig verrühren. Teig in eine Kastenbackform geben. In den nicht (!) vorgeheizten Backofen stellen (mittlere Schiene) und bei 200 °C für 60-70 min. backen. Man probiere und staune!
Du brauchst für ein gelungenes Sonntags-Frühstück unbedingt ein frisches Weißbrot? Zum Glück musst Du in Zukunft auch auf Deinen Abenteuertouren nicht mehr darauf verzichten. Mit diesem Rezept machst Du jedem Bäckermeister Konkurrenz!
Zutaten:
500g Weizenmehl (ca. 600 ml)
1 Pckg. Trockenhefe (2,5 TL)
Ca. 250-300 ml lauwarmes Wasser
½ TL Salz
1 EL Zucker
Die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen, die restlichen Zutaten hinzugeben und alles zu einer Teigkugel gut verkneten. Anschließend lässt Du den Teig an einem warmen Ort für etwa eine Stunde aufgehen. Am besten zusammen mit einer warmen (nicht heißen!) Trinkflasche im Schlafsack einwickeln. Alternativ kann man den Teig auch in der Nähe des Feuers gehen lassen (aufpassen, dass es nicht mehr als handwarm wird). Einen kleinen Topf mit etwa 1,5 l Volumen ganz leicht einfetten und anschließend mit Mehl bestäuben. Die Teigkugel in den kleinen Topf geben. Mehrere kleine Steine (ca. 2 cm Durchmesser) in einen großen Topf mit Deckel legen und diesen etwa 2 cm hoch mit Wasser befüllen. Der kleine Topf wird nun in den großen Topf gestellt. Das ganze kommt dann für etwa 1,5 Stunden übers Feuer. Hin und wieder solltest Du prüfen, ob noch genug Wasser im Topf ist (eventuell nachfüllen). Nach dem Backen das Brot aus dem Topf lösen und erkalten lassen. Da das Brot im Wasserdampf gegart wurde hat es keine feste Kruste, aber der Teig schmeckt wie richtiges Weißbrot.
Dieses Rezept haben wir von Rico und Ralf aus Fairbanks, Alaska bekommen. Das Bananenbrot ist eigentlich eher ein süßer Kuchen als ein Brot. Es lässt sich leicht zuhause vorbereiten und kann, da es sich gut ein paar Tage lang hält, als Snack für unterwegs mitgenommen werden. Es schmeckt noch besser, wenn man es mit Nutella bestreicht.
Zutaten:
2 Tassen Mehl
1 Tasse Zucker
¼ Tasse Margarine oder Butter
2 Eier
¼ TL Salz
1TL Soda oder Backpulver
1 TL Vanille-Aroma (oder ein Beutel Vanillezucker)
4 Bananen (vermatscht)
Die gesamten Zutaten werden zu einem zähflüssigen Teig vermischt. Teig in Kastenbackform geben und bei etwa 160°C (ca. 325°F) für ca. 1 Stunde backen.
Varianten:
Das Rezept kann als Grundlage für eine ganze Reihe von unterschiedlichen Kuchen genutzt werden. Statt Bananen können auch andere Früchte genommen werden. Wir haben es ein paar Mal mit Äpfeln und Zimt gebacken. Wenn die Früchte weniger saftig sind, als die zermatschten Bananen, muss man evtl. etwas zusätzliche Flüssigkeit beigeben (Milch oder Wasser). Außerdem kann man auch 1 Tasse Schokoladen-Stückchen oder Nüsse und Rosinen hinzufügen.
Bomber sind eine geniale Mischung aus Müsliriegel und Kuchen…und schmecken traumhaft! Sie eignen sich auch als Snack auf Wintertouren bei knackigen Minusgraden. Das Rezept haben wir von Elke bekommen, die Bomber in Norwegen probiert und die Backanleitung, ein wohl gehütetes Nationalgeheimnis, anschließend unter den müffelnden Einlegesohlen ihrer Wanderschuhe über die Grenze geschmuggelt hat. Danke Elke!
Zutaten:
375 g Haferflocken
340 g Grobes Weizenmehl
280 g Weizenmehl
100 g Roggenmehl
120 g Müsli
500 g Zucker
400 bis 500 g Margarine
6 Eier
100-200 g Schokolade
3 El Backpulver
3 EL Vanillezucker
Alle trockenen Zutaten vermengen. Margarine schmelzen und mit den Eiern dazugeben. Alles verrühren und die Masse anschließend auf einem Backblech (am besten Backpapier drunter legen) ca. 2 cm dick verteilen. Bei 150 bis 180°C für ca. 40 Minuten backen. Dabei stets darauf achten, dass die Bomber nicht von unten verbrennen. Nach dem Backen sofort in Portionen schneiden, bevor die Bomber erkalten und richtig fest werden. Bomber halten sich nach unserer Erfahrung für mindestens drei Wochen…wenn sie nicht vorher alle aufgegessen werden.
Varianten:
Für Mandel-Karamel-Bomber haben wir die Schokolade weggelassen und stattdessen 150 g weiche Karamelstückchen (gibt es speziell zum Backen) und 100 g Mandelsplitter in den Teig gemischt.
Du wolltest schon immer mal einen Eierkuchen wenden, indem Du ihn in die Luft schleuderst, wie es ein richtiger Gourmetkoch machen würde? Aber Mutti steht drohend mit dem Nudelholz hinter Dir, um sicher zu gehen, dass Du ihre nagelneue Einbauküche nicht mit Eierkuchenteig überziehst? Mach Deine Eierkuchen doch einfach draußen am Lagerfeuer! Hier steht, wie's geht:
Zutaten:
250 G Weizenmehl
2-3 Eier (2-3 EL Eipulver)
Prise Salz
500 ml Milch (aus Milchpulver anrühren)
Etwas Öl, Butter oder Margarine
Mehl, Eier (bzw. Eipulver) und Salz werden vermischt und nach und nach die Milch mit einer Gabel einrühren. Wenn man sofort alle Milch dazuschüttet gibt es meistens Klumpen. Fett (Margarine, Öl, Butter) in einer Pfanne zerlassen und etwas Teig dazuschütten (der gesamte Pfannenboden sollte dünn bedeckt sein). Die eine Seite fertig backen und den Eierkuchen dann wenden und von der anderen Seite backen.
Varianten:
Wenn Du Eierkuchen am liebsten süß isst, kannst Du dem Teig bereits etwas Zucker oder Honig beimengen. Am besten schmecken süße Eierkuchen mit Nutella, Marmelade, Apfelmus, Zucker und Zitronensaft. Außerdem kannst Du frische oder getrocknete Früchte und Beeren (Äpfel, Birnen, Blaubeeren) in den Teig mit einbacken.
Superlecker sind aber auch herzhafte Eierkuchen z.B. mit angebratenem Speck oder Schinken im Teig. Der Oberknaller sind Eierkuchen, die nach dem Wenden mit Tomaten belegt und mit Käse überbacken wurden (Salz, Pfeffer, Oregano oder Basilikum nicht vergessen).
Wenn Du Dich nach ein paar Tagen in der Wildnis bereits nach einer Fertigpizza aus der Tiefkühltruhe des nächsten Supermarktes sehnst, dann ist dieses Rezept nichts für Dich! Pfannenpizza ist nur für die echten Gourmets unter den Waldläufern! Die Mengenangaben reichen für 3 Pizzas von je 25 cm Durchmesser.
Zutaten:
600 ml Mehl
250 ml Wasser, lauwarm
1,5 EL Trockenhefe
1 EL Öl
½ TL Salz
Tomatensauce oder Tomatenmark
1 kleine Zwiebel
Knoblauch
Paprika/Pilze
Salami/Schinken
Salz, Pfeffer, Oregano,Basilikum
Käse
Die Trockenhefe wird in dem lauwarmen Wasser aufgelöst. Anschließend kommen Mehl, Öl und Salz hinzu. Mit der Hand wird ein fester Teig geknetet. Falls der Teig zu dünn ist einfach noch etwas Mehl hinzu geben. Den Teig zugedeckt für 40-60 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen (im Schlafsack mit einer warmen Trinkflasche oder in der Nähe des Lagerfeuers). Den Teig dritteln und die Teile zu flachen Fladen in der Größe der Pfanne formen. Die Pfanne leicht ölen und die Teigfladen in der heißen Pfanne von einer Seite backen. Wenden und den "Pizzaboden" belegen. Am besten Tomatensauce zuunterst, Gemüse, Schinken, Salami drauf und anschließend mit Käse belegen. Beim Belegen sind der Phantasie natürlich keine Grenzen gesetzt. Damit der Käse besser schmilzt, kann man auch noch einen Deckel auf die Pfanne legen, während der Teig fertig backt.
Mit ihrer Kartoffelsuppe konnte der "Krümel" Katja auf einer Wanderung in Schweden vor vielen Jahren Fabians Übelkeit bekämpfen, die von Herrn Krauses stinkenden Wanderschuhen herrührte. Auch ohne Müffelgeruch im Zelt ist dieser Eintopf ein Kracher!
Zutaten:
Getrocknetes Gemüse (z.B. Erbsen, Trockenpilze, getrocknetes Suppengrün, etc.)
Brühwürfel
Instant Kartoffelpüree
Milchpulver
Zwiebel (oder trockene Röstzwiebel)
Salami/Schinken
Knoblauch
Das Trockengemüse wird für mehrere Stunden in etwas Wasser eingeweicht und anschließend mit dem Brühwürfel gar gekocht. Dann Kartoffelpüree-Flocken einrühren, bis die gewünschte Eintopf-Konsistenz erreicht ist. Etwas Milchpulver zum Verfeinern hinzugeben. Anschließend kommen Angebratene Zwiebel (oder trockene Röstzwiebeln), Salamistückchen oder angebratener Schinken und klein gehackter Knoblauch dazu. Alles noch mal gut aufheizen. Fertig!
Dieses Rezept haben wir auf einer Skitour in Norwegen kennen gelernt. Unser Freund Pacho hatte einen Beutel getrocknetes Hackfleisch dabei, mit dem wir unsere Fertiggerichte aufgepeppt haben. Für unsere Seekajaktour in Alaska haben wir die Herstellung dann selbst einmal ausprobiert.
Zutaten
Mageres Rinderhackfleisch
Salz
Pfeffer
Das Hackfleisch wird mit Salz und Pfeffer gewürzt und in einer ungefetteten Pfanne gut durchbraten. Es sollte schon relativ trocken und gut zerkleinert sein, wenn es aus der Pfanne kommt. Austretendes Wasser und Fett beim Braten immer wieder abschöpfen bzw. abgießen. Das gebratene Hackfleisch wird anschließend auf einem Backblech flach verteilt und bei ca. 150 bis 200°C im Backofen für ca. 2 Std. getrocknet. Etwa alle 10 Minuten muss es gewendet und umverteilt werden, damit es nicht anbrennt und gleichmäßig trocknet. Falls es anbrennt, muss die Temperatur sofort reduziert werden. Den Ofen immer wieder mal öffnen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Falls auch im Backofen noch Fett austritt, kann man es mit einem Papier-Küchentuch aufsaugen.
Aus 2,3 kg extra magerem Rinderhack haben wir rund 900 Gramm Trockenfleisch gewonnen.
Was schmeckt besser als fangfrischer Fisch, der über dem Lagerfeuer gebraten wurde? Für alle, die keinen Fisch mögen lässt sich diese Frage mit einem simplen "alles" beantworten. Für die Anderen gibt es hier das einfachste Fischrezept für den ultimativen Wildnisküchen-Genuss.
Zutaten:
1-2 frische Fische (geschuppt und ausgenommen) oder Fischfilets
Salz
Pfeffer
Etwas Öl, Butter, Margarine
Den Fisch mit Salz und Pfeffer würzen. Fett oder Öl in der Pfanne schmeltzen und den Fisch darin gar braten. Wenden nicht vergessen!
Varianten:
Vor dem Braten kann man die Fischfilets auch mit etwas Weizenmehl anstäuben. Dass gibt eine feine goldgelbe Kruste. Gut schmeckt auch etwas Zitronensaft über dem fertigen Fisch.
Dir sind beim Angeln im eiskalten Gebirgswasser fast die Hände abgefroren und nun wünschst Du Dir nichts sehnlicher, als die Abenteuertour gegen einen Pauschalurlaub am Mittelmeer einzutauschen? Mit diesem Rezept zauberst Du wenigstens etwas italienisches Flair ins Wildniscamp!
Zutaten:
Fischfilets
1-2 Tomaten (Dosentomaten funktionieren auch)
1 kleine Zwiebel
Italienische Kräuter (Oregano, Basilikum, Thymian)
Salz
Pfeffer
Alufolie
Zwiebel fein hacken und Tomaten in kleine Würfel schneiden. Beides auf die Alufolie geben und würzen. Anschließend den Fisch auf das Gemüse legen und die Alufolie gut verschließen. Auf den heißen Grill legen, bis der Fisch gar ist.
Äpfel sind lecker und gesund! Noch leckerer und bestimmt auch viel gesünder sind sie, wenn man die Gabe von Mutter Natur mit etwas Industriezucker und Alkohol aufpeppt und anschließend in Vanillesoße ertränkt.
Zutaten
1 Apfel pro Person
Rosinen
Mandeln (Gehackt oder gehobelt)
Zucker
Rum
Instant Vanillesoße oder -pudding
Die Äpfel werden mit einem spitzen Messer entkernt, ohne dass sie dabei zerschnitten werden. Rosinen, Mandeln und etwas Zucker mischen und in das Loch im Apfel füllen. Anschließend etwas Rum darüber gießen und in Alufolie einwickeln. In der Glut des Lagerfeuers grillen, bis das Fruchtfleisch des Apfel weich gegart ist. Warme Vanillesoße oder Vanillepudding dazugießen und ganz schnell aufessen, bevor das jemand anderes übernimmt.